Wechseltöniges Instrument
Wechseltönige Knopfakkordeons sind in der Regel diatonisch, d.h. sie besitzen nur die Töne einer oder weniger Tonarten, oft ergänzt um ein paar ausgewählte fehlende chromatische Töne.
Aus diesem Grund werden die Begriffe wechseltönig und diatonisch oftmals gleichgesetzt, was aber nicht richtig ist.
Die Wechseltönigkeit kommt letztendlich von der Möglichkeit, mit der gleichen Mechanik doppelt so viele Töne spielen zu können, was die Instrumente in der Herstellung vereinfachte und verbilligte.
Einreihige Handharmonika
Die einfachsten diatonischen Handharmonikas haben auf der Diskant-Seite nur eine Reihe von Tasten und auf der Bass-Seite nur zwei Tasten und eine Lufttaste. Obwohl schon aus der Anfangszeit der Akkordeons, gibt es auch heute noch Musikrichtungen, in denen diese Akkordeon-Art stark verbreitet ist, z.B. in der irischen Musik (One Row Melodeon) oder in der Cajun-Musik in Amerika (Cajun-Akkordeon).
Dadurch, dass das Instrument nur zwei Bass-Tasten (oder Löffel) hat, können nur zwei Akkorde gespielt werden (z.B. C-Dur und G-Dur). Dies führt zu einer recht einfachen und ursprünglichen Art, Musik zu machen.
Die Tonanordnung auf der Diskantseite ähnelt dem Richter-System bei Mundharmonikas. Damit können Mundharmonikaspieler im Prinzip direkt auf dem Instrument spielen.
Da das Instrument immer nur in einer Tonart spielen kann, gibt es die Instrumente in verschiedenen Tonarten.

Zweireihige Handharmonika - Wiener Modell
Die Anordnung der Töne bei den zweireihigen Handharmonikas hat sich über die Jahrzehnte fast gar nicht verändert. Weit verbreitet ist das sogenannte Wiener-Modell.
Auf der Bass-Seite haben diese Instrumente oft nur 8 Bass-Tasten, die auf Zug und Druck jeweils andere Bässe mit den dazugehörigen Akkorden wiedergeben.
Deutsches Club-Modell
Unter dem allgemeinen Begriff diatonische Handharmonika wird sehr oft das deutsche Club-Modell verstanden. Dieses besteht auf der Diskant-Seite aus zwei Reihen Tasten, die jeweils einer Tonart zugeordnet sind (meist C-F) sowie einer dritten Reihe, in der chromatisch fehlende Töne ergänzt sind.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Clubmodelle ist der Gleichton in der zweiten Reihe, eine Taste, die auf Zug und Druck den gleichen Ton erzeugt. Dieser ist bei den Wiener Modellen nicht vorhanden.
Im Gegensatz zu den Wienermodellen ist auf der Bass-Seite ein zusätzlicher Akkord vorhanden. Bei den Wiener-Modellen ist auf einer Taste ein Akkord in beiden Richtungen gleich.
Steirische Harmonika
Die Steirische Harmonika ist heute noch sehr beliebt in der Volksmusik, vor allem in Österreich, Südtirol, Tschechien, Slowenien und Bayern.
Der wesentliche Unterschied zu anderen diatonischen Handharmonikas sind die Helikon-Bässe, sehr tiefe Bässe, die an den Klang der Helikontuba, eines Blechblasinstrumentes, erinnern.
Wie die Clubmodelle haben auch die Steirischen Harmonikas Gleichtöne, also Tasten, die bei Zug und Druck den gleichen Ton erzeugen.
Accordéon diatonique und Melodeon
In Frankreich ist das Accordéon diatonique noch weit verbreitet, z.B. in der Bretagne. Es wird dort auch viel und gerne von jungen Menschen gespielt.
Im Prinzip ist das Accordéon diatonique ein Wiener Modell. Oftmals werden aber die zusätzlichen Töne, die nicht in den verwendeten Tonarten vorhanden sind, in einer dritten Reihe ergänzt, die sogenannten Accidentals.
In Frankreich wird meist in der Tonart G/C gespielt.
Ähnliches gilt für das Melodeon in England und Irland. Allerdings ist die Stimmung der Instrumente etwas anders, so sind die beiden Tonarten nur um einen Halbton auseinander, meist ist es die Stimmung B/C (deutsch H/C).
Der Vorteil liegt darin, dass auf diese Art und Weise der Stimmung alle Töne der chromatischen Tonleiter auf dem Instrument vorhanden sind. Chromatische Mundharmonikas (die mit dem Schieber) sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut.